Trode Khangsar wird vom Fünften Dalai Lama an Dorje Shugden dargebracht
Als Folge davon, dass der inkarnierte Meister Tulku Dragpa Gyaltsen getötet wurde, gab es in diesem Jahr viele schlechte Omen und fremdartige Erscheinungen in Lhasa, welche entsprechend seiner Autobiographie (ESG, 119), sogar den Dalai Lama selbst betrafen. Zu Beginn suchte der Dalai Lama die Effekte durch das Einladen von Meistern, zu bändigen, um Dorje Shugden durch zornvolle Rituale zu unterwerfen, aber dies war letztendlich nicht erfolgreich.
Was die letzten Ereignisse betrifft, die zu seiner Beilegung der Ereignisse in Bezug auf Tulku Dragpa Gyaltsen und seine Anerkennung von Dorje Shugden als Beschützer führten, gibt Kangyur Rinpoche folgenden Bericht (TSH, 32-34):
Der Fünfte Dalai Lama war im Retreat im Potala, als der Potala zu erzittern begann. Als der Potala zu erzittern begann, presste Dorje Shugden seinen rechten Fuß auf den Gipfel des „ mi drug“ Felsberges [smi drug rdza ri] und seinen linken Fuß presste er auf den Gipfel des Drepung Gepel Berges. Mit seinem Dreizack drückte er auf den Potala ….. . Der Fünfte Dalai Lama fühlte sich reuig und bekannte sich zu Dorje Shugden. Er errichtete Trode Khangsar, in welches er eine Statue von Dorje Shugden stellte. Dann schrieb er Manjushri’s Own Words [ein bedeutender Lam-Rim Text], und brachte ihn Panchen Rinpoche dar, der fast 100 Jahre alt war. Panchen Rinpoche sagte, „ Ich bin ein glücklicher alter Mönch, dadurch wird die Gelug Tradition jetzt erblühen“ und kurz darauf starb er.
Diese Begebenheit wie der Fünfte Dalai Lama Dorje Shugden durch eine Vision zustimmte, mag wieder schwierig als historisch zu akzeptieren sein. Wie anhand der Institutionalisierung der verschiedenen Beschützer gezeigt, sind beide, weltliche wie mystische Angelegenheiten, schwer von den Berichten über das Leben des Fünften Dalai Lamas zu trennen.19
Sein Retreat zu dieser Zeit war von der Art hellseherischer Rituale. In seiner Autobiographie ist gut dokumentiert, dass er sich regelmäßig mit dem Staatsorakel Nechung über wichtige Staatsangelegenheiten beriet.
Betreffend wie der Fünfte Dalai Lama zu Anfang Trode Khangsar für Dorje Shugden bestimmte, gibt es den historischen Bericht aus Choepals Pilgerleitfaden (GCJ, 33):
In Bezug auf das tsen khang, der Fünfte Dalai Lama brachte es Dorje Shugden als Wohnsitz [gnas] dar. Ursprünglich, weil dieser Platz ein Piknickhaus [spro khang] hatte, welches dem Fünfte Dalai Lama gehörte, wurde es Trode Khangsar genannt. Zunächst hatte dieses tsen khang Statuen von Dorje Shugden und Setrap und wurde auch für Beschwörungen benutzt.
Später vertraute Desi Sangye Gyatso das Eigentumsrecht am tsen khang an Riwo Choling an, da er früher im Riwo Choling Kloster gelebt hatte. Hiermit einhergehend wurde von Riwo Choling verlangt, daß es 11 Mönche und ein Orakel, für den permanenten Verbleib im Trode Khangsar, schickte.
Demzufolge beginnt die offizielle Etablierung Dorje Shugdens mit dem Fünften Dalai Lama und gipfelt später durch Sangye Gyatso, welcher Tibet (as sde srid) vor und nach des Fünften Dalai Lamas Ableben regierte. Obgleich Desi Sangye Gyatso sehr berühmt und gut bekannt ist, wurde nur sehr wenig aus seinem ereignisreichen Leben ins Englische übersetzt. Ein flüchtiger Einblick in sein Leben und Ausbildung ist erforderlich, um die Auswirkungen der Anvertrauung des Trode Khangsar an Riwo Choling voll zu verstehen.
Fußnoten:
19Der Fünfte Dalai Lama hat einen vollständigen Band von Erfahrungen aus seinen Retreats, genannt „ A secret biography“ [“Eine geheime Biographie“, Anm. d. Übersetzers], in welcher verschiedene seiner Visionen beschrieben sind. Das wurde ins Englische übersetzt als „ Visions of the Fifth Dalai Lama“ [“Visionen des Fünften Dalai Lamas“, Anm. d. Übersetzers]. Nicht nur das, es gibt eine komplette Tradition von Belehrungen, „ Reine Vision“ genannt (dag snang), für Meditationspraktiken, die seit dieser Zeit überliefert werden, welche auch auf den Visionen des Fünften Dalai Lamas basieren.
